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Video


Heute im Zeitalter der Digitaltechnik und DvD ist auch die Videocassette am Aussterben. Allerdings noch nicht bei mir.



Mit VHS aufgewachsen

Im Dezember 1984 entschlossen sich meine Eltern, daß wir uns selbst einen VHS-Videorecorder anschaffen. Da Mutter eine Kundenkarte bei Quelle hatte, kauften wir dort ein Gerät für rund 1400 DM auf Abzahlung.

Damals war ich 16 Jahre alt und bekam das neue Gerät gleich in die Hände, weil dessen Bedienung meine Eltern doch etwas überforderte. Ich studierte die Bedienungsanleitung und nahm selbst einen Film auf. Kurze Zeit später kamen einige Cassetten dazu, wobei eine zwischen 12 und 20 DM kostete. Seitdem stand der Videorecorder in meinem Zimmer; ich war damit vertraut und bin so mit VHS aufgewachsen. Die Reinigung des Recorders brachte mir ein junger Hobbyelektroniker aus meiner damaligen Klasse der Berufsfachschule Elektrotechnik bei.


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Juli 1986:
Fernseher und Videorecorder auf dem Computertisch


Öfter nahm ich in den 80er Jahren auch Filme für meine Eltern auf, die entweder zu spät liefen oder dann, wenn sie nicht zu Hause waren. Ich erinner mich noch genau an die Fragen "Kannst Du uns heute Abend den Film XYZ aufnehmen?". Kam in der Woche ein Film für mich zu spät, benutzte ich den Timer und konnte den automatisch aufgezeichneten Film später sehen.

Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre fuhr ich mit einem damaligen Kumpel am Wochenende ab und zu zur Videothek, wo wir einige Filme ausgeliehen haben. Diese sahen wir oft bei mir, meist, wenn meine Eltern nicht da waren. Fast jedesmal bestand ich dabei auf einen Weltraum-Film, da ich mich nunmal für Astronomie interessierte.

Im Dezember 1992 kauften meine Eltern eine 8 mm Videocamera von Sony (Camcorder). Der Grund dafür war vor allem, als spätere Erinnerung die Oma zu filmen. Auch mit der Bedienung der Kamera kamen sie nicht klar und ich mußte das übernehmen. Dafür konnte ich die Kamera auch für mich nutzen. Die Aufnahmen auf den 8-mm Cassetten überspielte ich oft auf VHS. Die Originale, also die 8-mm Cassetten, behielt ich ebenfalls und habe sie noch heute, da deren Auflösung besser ist als VHS.

In den 90er Jahren ging der Videorecorder langsam zuneige. Der Tastenblock für die Programmspeicher verschliß, die Tasten hatten teils keinen richtigen Kontakt mehr (Rauschen statt TV-Bild). Ich kaufte mir 1996 selber einen VHS-Recorder von Panasonic, der ebenfalls nur ein Monogerät war (da ich auch nur einen Monofernseher hatte). Dieser qualitativ hochwertige VHS-Recorder tut noch heute seinen Dienst.

Ende der 90er Jahre gab es jemand in dem astronomischen Verein, wo ich Mitglied war, der oft die Vorträge auf Video aufgenommen hatte. Dazu hatte er die Videocamera, einen Videorecorder und einen kleinen Röhrenfernseher als Kontrolle mit dabei, also schon ein ganz schönes Equiqment!

Etwa im Jahr 2000 ging die Videokamera kaputt (Bandeinfädelung nicht mehr korrekt). Ich brachte sie später zu einem TV-Techniker, der sie eventuell für wenig Geld nochmal reparieren konnte. Er sagte aber, daß es es lange dauern kann, weil er warten muß bis er eine gleichwertige Kamera bekommt, um Teile daraus entnehmen zu können. Ich war einverstanden, denn sie war so nicht benutzbar. Im Jahr 2011 löste er seine Werkstatt allerdings auf und ich bekam die Kamera zurück. Eine Reparatur war bis dahin nicht möglich, weil er doch keine Ersatzteile mehr bekommen hatte.



Warum noch Video?

Auf fast 200 VHS-Cassetten haben sich in über 20 Jahren viele Filme, astronomische Sendungen und Überspielungen von einer 8 mm Videocamera angesammelt. Selbst Aufnahmen aus dem Jahr 1988 laufen heute einwandfrei. In den mittlerweile schon über 30 Jahren habe ich damit noch nie Probleme gehabt: Kein Bandsalat oder eine beschädigte Cassette. Voraussetzung dazu ist natürlich ein qualitativ guter und auch sauber gehaltener Recorder sowie ein sorgsamer Umgang und eine ordentliche Lagerung der Cassetten!

Das Umkopieren auf DvD's kostet viel Zeit und die Qualität wird nicht besser. Und dann ist da das Thema der Langzeithaltbarkeit. Ob gebrannte DvD's auch nur annähernd das Alter meiner VHS-Aufzeichnungen schaffen werden ist mehr als fraglich. Man sagt, daß gebrannte DvD's nur 5 bis 10 Jahre halten. Eine ordentlich gelagerte VHS-Cassette ist auch nach 40 Jahren abspielbar, vielleicht ab und zu mit einigen kleinen Störungen, aber man kann den Inhalt sehen und hören.

In der Vergangenheit nahm ich oft für mich interessante Sendungen und Filme auf. Selbst der Chef der TV-Werkstatt, wo ich in den 2000er Jahren ab und zu Fernseher zum Reparieren hingebracht habe, sagte, daß bei sehr vielen Cassetten ein Wechsel wegen der oben genannten Gründe nicht sinnvoll ist, man in diesem Fall besser bei Video bleibt und sich zusätzlich einen DvD-Spieler anschafft.


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Auch heute gehören sie bei mir zum Alltag:
Kleiner klassischer Fernseher und Videorecorder im Wohnzimmer


In den 200er Jahren habe ich für nur einige Euros schon mehrere gebrauchte VHS-Recorder eingesackt, die vollkommen in Ordnung waren - eine gute Reserve, denn nach längerem Betrieb verschleißen diese Geräte irgendwann doch einmal. Zusätzlich habe ich mir ab 2008 die Grundlagen zur Funktion dieser Geräte angesehen. Einige Dinge habe ich in dieser Rubrik zusammengestellt. Solch ein Videorecorder ist doch schon ein ganz schön komplexes und präzises Gebilde, vom Laufwerk über die gesamte Mechanik, seiner Steuerung und der Elektronik. Spätestens jetzt ist mir klar, warum diese Geräte damals über 1400 DM oder noch mehr gekostet haben!


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Laufwerk eines VHS-Videorecorders


So arbeite ich heute immer noch ab und zu mit Video, allerdings zunehmend mit Einschränkungen. Im Sommer habe ich begonnen, VHS-Cassetten mit älteren Dokus, die man nicht auf DvD kaufen kann, sowie alle Aufnahmen vom Camcorder zu digitalisieren. Die Dateien werden auf 2 Festplatten gesichert, und zum Ansehen auf dem TV auch auf DvD gebrannt. Gute Filme, die ich öfter mal sehe, wie z. B. 2001 - eine Odyssee im Weltraum, kaufe ich nach und nach auf DvD. Auch meine Lieblingsserie "Der Komissar" habe ich als Komplettpaket auf DvD. Die Qualität ist doch deutlich besser als die Aufnahmen mit der Zimmerantenne, und man belastet die noch vorhandenen Videorecorder nicht so stark. Ein Teil der VHS-Cassetten mit Filmen, die ich jetzt auf DvD habe, wurde daher entsorgt. Cassetten mit alten Dokus sowie die Camcorderaufnahmen bleiben aber auf alle Fälle bestehen.

Das Problem ist, daß man heute keine Videorecorder mehr als Neuware bekommt und Ersatzteile gibt es immer weniger. Auch die alten TV-Werkstätten sind am Aussterben. Defekte oder verschlissene Videorecorder lassen sich daher oft nicht mehr reparieren.


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