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Miniverstärker


Für die Wiedergabe elektronischer Klänge, kleiner Radioempfänger oder auch zur einfachen Musikwiedergabe vom MP3-Player braucht man einen kleinen Verstärker. Diesen kann man z. B. mit dem TDA 7052 aufbauen. Die Ausgangsleistung von einem Watt ist dabei für vielen Anwendungen ausreichend.



Der TDA 7052

Der TDA 7052 ist ein Monoverstärker. Er kommt sogar ohne externe Bauteile aus! Lediglich die im Datenblatt angegebenen Kondensatoren von 220 µF und 100 nF zwischen Betriebsspannung und Masse muß man ihm gönnen.


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Die Anschlußbelegung des TDA 7052 laut Datenblatt


Die Ausgangsleistung beträgt etwa 1 Watt. Die Betriebsspannung darf zwischen 3 und 18 Volt liegen; optimal sind laut Datenblatt aber 6 Volt.



Die Schaltung

Ich habe mich entschieden, gleich eine Stereoversion aufzubauen, wozu man natürlich zwei TDA 7052 braucht! Jeder TDA 7052 bekommt die zwei erwähnten Kondensatoren. Dazu wird noch ein logarithmisches Stereopoti mit 47 Kiloohm als Lautstärkeregler benötigt. Weiterhin braucht man ein Gehäuse für die fertige Schaltung.


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Die komplette Schaltung
Im Plan sind die Pinnummern des TDA 7052 angegeben.


Ich habe mich für die Spannungsversorgung über ein Steckernetzteil entschieden. So beugt man auch Brummeinstreuungen aus dem Trafo vor. Da die meisten Steckernetzteile eine unstabilisierte Gleichspannung liefern, habe ich einen Festspannungsregler mit 6 Volt eingebaut. So lassen sich Steckernetzteile mit einer Gleichspannung von 9 oder 12 Volt verwenden. Und natürlich die Sicherung nicht vergessen!


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Die aufgebaute Schaltung auf einer Streifenplatine


Als Gehäuse habe ich ein kleines Aluminiumgehäuse verwendet. Zum Anschluß des Steckernetzteils dient eine Hohlsteckerbuchse mit 2,1 mm. Die Lautsprecher werden über 4 mm Buchsen angeschlossen, was besser ist als einfache Steckklemmen. Das Audiosignal wird über zwei Chinchbuchsen zugeführt. Das Stereopoti P1 sowie ein Schalter und eine LED finden auf der Vorderseite des Gehäuses Platz. Der externe Sicherungshalter ist auf der Gehäuserückseite gut aufgehoben.


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Das Gehäuse während des Baus


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Das Gehäuse während des Baus


Wie man sieht, steckt der meiste Teil des Aufwandes und der Kosten im Gehäuse! Die Schaltung selbst ist dagegen nur ein Winzling. Ich empfehle daher, das Gehäuse gleich ein oder zwei Nummern größer zu wählen. So ist man in der Lage, dort später auch eine andere Schaltung einzubauen, falls man z. B. etwas mehr Leistung haben möchte.

Doch zurück zu dieser Schaltung. Als Lautsprecher kann man z. B. zwei kleine Breitbandlautsprecher mit 5 cm Durchmesser o. ä. verwenden, die man am besten je in ein kleines Holzgehäuse setzt. Die Ausgangsleistung beträgt maximal knapp 1 Watt. Je nach dem Wirkungsgrad der angeschlossenen Lautsprecher läßt sich damit eine gute Zimmerlautstärke erzeugen, mehr aber auch nicht! Versucht man lauter zu drehen, beginnt das Signal rasch zu verzerren, zuerst im Baßbereich.


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Der fast fertige Miniverstärker


Als HiFi-Verstärker ist diese sehr einfache Schaltung natürlich nicht geeignet. Auch sind dem Klang dieser kleinen IC-Verstärker irgendwo Grenzen gesetzt. Zum leisen Musikhören aus einem MP3-Player, z. B. am Arbeitstisch, wo man direkt vor den Lautsprechern sitzt, reicht dieser Verstärker aber aus.

Wer etwas mehr Dampf haben will, muß sich nach einem anderen Verstärker-IC umsehen, von denen es eine ganze Menge gibt. Der TDA 2002 macht z. B. etwa zweimal 8 Watt und wurde speziell für Autoradios entwickelt, läßt sich aber auch gut für einen Miniverstärker verwenden.

In einem Conrad-Bausatz, aus den ich mir selbst einen kleinen Verstärker für meinen Basteltisch gebaut habe, wird der TDA 1519 verwendet, der ebenfalls zweimal 8 Watt schafft. Allerdings brauchen diese IC's auch schon mehr externe Bauteile als der TDA 7052, der mit nur zwei Kondensatoren auskommt! Die Beschaltungen dieser IC's findet man in deren Datenblättern, die man z. B. bei Datasheet bekommt. Gerade hier macht sich ein von Anfang an größeres Gehäuse bezahlt!



Schirmbilder

Als die Schaltung fertig aufgebaut war, wurde sie erstmal getestet. Das kann man gleich mit dem Oszilloskop und einem Sinuston machen. Zuerst habe ich einen Sinuston mit etwa einem Kilohertz genommen. Alles war in Ordnung und der Sinus wurde sauber verstärkt. Die Übersteuerung setzte bei beiden Halbwellen in gleicher Weise ein.


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So sah es während der Messung mit dem Oszilloskop aus....


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Sinus mit 1 Kilohertz bei noch nicht voller Aussteuerung


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Sinus mit 1 Kilohertz bei schon leichter Übersteuerung


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Die Übersteuerung ist bei beiden Halbwellen gleich


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Sinus mit 1 Kilohertz bei starker Übersteuerung


Danach machte ich das gleiche nochmal mit einem Sinuston von 10 Kilohertz. Auch hier war alles in Ordnung und der Sinus wurde sauber verstärkt. Die Übersteuerung setzte bei beiden Halbwellen in gleicher Weise ein.


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Sinus mit 10 Kilohertz bei noch nicht voller Aussteuerung


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