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Kopfhörerverstärker mit Röhren


Auf dem Elektronik-Experimentier-Server habe ich eine einfache Schaltung für einen Kopfhörerverstärker mit der EF 95 gefunden. Es ist mein erstes Röhrenprobjekt.



Die EF 95

Die EF 95 braucht eine Heizspannung von nur 6 Volt und ist daher für solche Versuche bestens geeignet. Die folgende Abbildung zeigt die Anschlußbelegung der EF 95. Die Röhre wird dabei immer von unten betrachtet! Das Bremsgitter g3 ist innerhalb der Röhre schon mit der Kathode verbunden.


ef95.gif

Die Anschlußbelegung der EF 95
mit Blick von unten


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Die Pentode EF 95 von Valvo



Einfacher geht es nicht!

Die Schaltung ist wirklich extrem einfach! Logisch das man für Stereo zwei identische Verstärker benötigt. Die Heizdrähte der beiden Röhren werden in Reihe geschaltet. So kann man diese an 12 Volt legen und kommt mit einer Betriebsspannung aus.


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Ein Kopfhörerverstärker mit der EF95


Die Spannung an der Anode der EF 95 beträgt hier 12 Volt. Normalerweise braucht das Steuergitter einer Röhre eine negative Vorspannung. Um aber den Strom durch die Anode bei der hier verwendeten sehr kleinen Anodenspannung von 12 Volt zu vergrößern, wurde eine positive Vorspannung am Gitter gewählt. Der Gitterwiderstand R1 ist mit dem Plupol der Betriebsspannung verbunden. Das Schirmgitter wird mit der Anode verbunden. Die Röhre arbeitet hier also als Triode (Dreipolröhre). Über die Kondensatoren C1 und C2 wird das Musiksignal aus dem CD-Spieler, MP3-Spieler o. ä. dem Gitter der Röhre zugeführt. Der Strom durch die Anode schwankt im gleichem Rythmus wie das Musiksignal am Gitter - nur ist die Stromstärke hier höher. Zwischen der Anode und dem Pluspol der Betriebsspannung wird der Kopfhörer gelegt. Je höher die Impedanz des Kopfhörers liegt, desto lauter klingt der Verstärker. Soweit die Theorie des Originalschaltplanes.

Was mir am Originalschaltplan aber nicht so gut gefällt, ist das der Kopfhörer direkt in der Gleichstromleitung liegt. Gleichspannung hat an Kopfhörern oder Lautsprechern eigentlich nichts zu suchen!

Anstatt des Kopfhörers kann man in die Anodenleitung einen kleinen Trafo als Übertrager einbauen und an diesem den Kopfhörer anschließen. Zum Experimentieren reicht erstmal ein kleiner Printtrafo für 230 Volt Eingangs- und 12 Volt Ausgangsspannung. Wenn die Schaltung später zufriedenstellend arbeitet, kann man etwas besseres nehmen, z. B. Übertrager aus dem Audiobereich, die speziell für diesen Zweck optimiert sind.


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Kopfhöreranschluß mit Übertrager


Eine andere Lösung wäre anstatt des Kopfhörers einen Widerstand in die Anodenleitung einzubauen und zwischen diesem und der Anode ein Kondensator mit 10µF zu legen, der das Signal zum Kopfhörer weiterleitet und jegliche Gleichspannung sperrt. Der Kopfhörer liegt auch hier nicht mehr in der Anodenleitung, sondern zwischen zwischen der Anode und Masse. Dazu sollte der Kopfhörer aber eine möglichst hohe Impedanz haben.


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Kopfhöreranschluß mit Auskoppelkondensator


Die Größe des Anodenwiderstandes hängt von der Impedanz des verwendeten Kopfhörers ab. Eventuell muß man hier aber die Anodenspannung erhöhen, z. B. auf 24 oder 40 Volt, um eine ausreichende Lautstärke zu bekommen. Damit habe ich noch nicht experimentiert, es ist wie gesagt nur ein Lösungsansatz! Auch sehe ich diese Schaltung in erster Linie zum ersten Experimentieren mit Röhren an, denn einen guten Kopfhörerverstärker habe ich bereits, siehe dazu hier.

Weiterhin habe ich mehrfach Mails mit den Hinweis bekommen, eine andere Röhre, z. B. die PCC88 von Tesla zu nehmen. Das wären dann weitere Verbesserungen. Wenn man die Schaltung zufriedenstellend verbessert hat, lohnt es sich auch die Kondensatoren gegen bessere Folienkondensatoren vom Typ MKP zu tauschen.

Die Fortsetzung folgt, sobald die Schaltung fertig ist....


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