Ich beziehe mich hier auf das PM 3240. Es ist ein Zweikanaloszilloskop mit 50 MHz und verfügt über umfangreiche Bedienelemente. Besonders für den Einsteiger ist das zu viel und alles sehr verwirrend. Immer wieder bekam ich Anfragen von Interessierten, die von irgendwoher ein gebrauchtes PM bekommen haben, aber keine Bedienungsanleitung dazu hatten. Da ich eine besitze, habe ich mich entschlossen die wichtigsten Bedienelemente kurz zu beschreiben. Diese Anleitung ist auch für den eigenen Gebrauch gedacht, da ich auch noch nicht alle Funktionen benutzt habe. Allerdings sind die Bezeichnungen und Funktionen vieler Bedienteile auch bei anderen Oszilloskopen zu finden.
POWER on/off:
Ein- und Ausschalten des Gerätes.
ILLUM:
Mit diesem Regler reguliert man die Helligkeit des Hintergrundrasters auf dem Schirm.
INTENS:
Mit diesem Regler regelt man die Helligkeit des Elektronenstrahls auf dem Schirm.
Achtung: Nicht zu hell stellen! Zu große Helligkeiten führen dazu, das der Strahl
einbrennt, besonders wenn im X-Y Betrieb kein Meßsignal anliegt!
FOCUS:
Mit diesem Regler stellt man die Schärfe des Elektronenstrahls auf dem Schirm ein.
Buchse CAL:
An dieser Buchse kann ein Rechtecksignal mit 3 V Spitze-Spitze und ein Strom von 6 mA
abgenommen werden. Dies wird z. B. für den Abgleich von Tastteilern gebraucht.
Tastenblock A-ALT-CHOP-ADD-B:
Hier werden die Darstellungsarten im Zweikanalbetrieb festgelegt. Im Grunde genommen werden
beim Zweikanalbetrieb beide Signale abwechselnd dargestellt. Dies geschieht so schnell,
das man scheinbar beide Signale auf dem Schirm gleichzeitig sieht.
A: Die Vertikalablenkung geschieht durch das Signal auf Kanal A.
ALT (Alternate): Die Bilder von Kanal A und B werden abwechselnd
einzeln dargestellt, sind aber bei schneller Zeitablenkung gleichzeitig sichtbar. Bei
niedrigen Frequenzen ist diese Art der Darstellung aber nicht geeignet, so daß es zu
Flimmern kommt.
CHOP: Das Bild wird mit einer hohen Frequenz von einem Kanal auf
den anderen umgeschaltet, so daß sich auch niedrige Frequenzen flimmerfrei darstellen
lassen.
ADD: Die Vertikalablenkung geschieht durch die Summe der
Kanäle A und B.
B: Die Vertikalablenkung geschieht durch das Signal auf Kanal B.
POSITION:
Mit diesem Regler kann man die Position des Elektronenstrahls in Y-Richtung
(nach oben oder unten) auf dem Schirm verschieben.
AMPL/DIV:
Mit diesem Regler stellt man die Empfindlichkeit der Vertikalverstärker
(Y-Verstärker) ein. Die Angaben beziehen sich auf Volt pro cm auf dem Schirm. Steht der
Regler z. B. auf 1, so heißt das, daß eine Spannung am Eingang von 4 V den
Elektronenstrahl auf dem Schirm um 4 cm anhebt. Das PM 3240 hat eine Schirmhöhe von 8 cm.
Also kann bei der höchsten Einstellung von 2 V pro cm eine Meßspannung von max.
16 V dargestellt werden. Für größere Spannungen muß man einen
Tastteiler
verwenden, welcher die Spannung runtersetzt. Überschreitet die Spannung die
zulässigen Werte, kann der Y-Verstärker durch Spannungsüberschläge
beschädigt werden! Die eingestellten Werte stimmen aber nur genau, wenn der stufenlose
Drehregler mit der Bezeichnung GAIN in der Mitte des Schalters in Rechsstellung eingerastet
ist (Kalibrierungsstellung)!
AMPL/DIV GAIN:
Stufenlose Einstellung der Eingangsempfindlichkeit der Vertikalverstärker
(Y-Verstärker). Der Regler rastet in der Rechtsstellung ein (Kalibrierungsstellung).
Tastenblock AC-0-DC:
Hier wird festgelegt, wie das Meßsignal angekoppelt wird.
0: Der Eingang des Oszilloskopes wird auf Masse gelegt, das
Meßsignal also abgekoppelt.
DC: Gleich- und Wechselspannungsanteile des Signals werden
hindurchgelassen und auf dem Schirm dargestellt.
AC: Nur Wechselspannungsanteile gelangen in das Gerät;
Gleichspannungsanteile werden gesperrt.
Buchse A + B:
BNC-Buchse für das Meßsignal. Der Eingangswiderstand beträgt 1 Megaohm.
Die Buchse mit der Bezeichnung B ist der Eingang für den zweiten Kanal (Kanal B).
Kanal B:
Das PM 3240 ist ein Zweikanaloszilloskop. Die gleichen Bedienelemente für die
Vertikalablenkung sind daher zweimal vorhanden! Die Linke Seite ist der Kanal A,
die rechte der Kanal B. Bei Kanal B gibt es eine Besonderheit: Unter dem Regler
Position findet man die Aufschrift "PULL TO INVERT B". Das bedeutet, wenn man
diesen Regler herauszieht, wird das Meßsignal auf Kanal B invertiert dargestellt,
also um 180 Grad phasenverschoben!
Die Bedienteile für die Vertikalkanäle
Tastenblock DEL'D TB-EXT.X-MAIN TB:
Hier wird die Horizontalablenkung eingestellt.
DEL'D TB: Die Horizontalablenkspannung wird vom verzögerten
Zeitablenkgenerator geliefert.
EXT X: Horizontalablenkung durch das Signal von Kanal A,
Kanal B oder durch ein Netzfrequenzsignal.
MAIN TB: Die Horizontalablenkspannung wird vom
Hauptzeitablenkgenerator geliefert.
POSITION TB MARGIN:
Mit diesem Regler kann man die Position des Elektronenstrahls in X-Richtung (nach links
oder rechts) auf dem Schirm verschieben.
Die Bedienteile für den Horizontalkanal (rechts oben am Gerät)
Tastenblock AUTO-TRIG-SINGLE:
Hier wird die Triggerart eingestellt.
AUTO: Der Hauptzeitablenker läuft frei.
TRIG: Triggerung auf normale Weise.
SINGLE: Der Hauptzeitablenkgenerator läuft nach Empfang des
Triggersignals nur einmal ab.
LEVEL-SLOPE:
Einstellung des Triggersignalpegels, bei dem der Zeitablenkgenerator startet. Weiterhin ist
einstellbar, ob das Triggersignal auf die positive oder negative Flanke gerichtet ist.
(Schalter läßt sich herausziehen)
TIME/DIV or DELAY TIME:
Mit diesem Regler stellt man die horizontale Ablenkgeschwindigkeit des Elektronenstrahls
auf dem Schirm in Zeit pro cm ein. Steht der Regler z. B. auf 5 ms (Millisekunden) pro
Div, so heißt das, daß der Elektronenstrahl in 5 Millisekunden eine Strecke
von 1 cm auf dem Schirm zurücklegt. Auch hier stimmen die Angaben nur, wenn der
Regler CAL in Rechtsstellung eingerastet ist (Kalibrierungsstellung)!
TIME/DIV CAL:
Stufenlose Einstellung der horizontalen Ablenkgeschwindigkeit des Elektronenstrahls auf
dem Schirm in Zeit pro cm. Der Regler rastet in der Rechtsstellung ein (Kalibrierungsstellung).
Tastenblock DC-LF-HF:
Hier wird die Kopplungsart für das Triggersignal eingestellt.
DC: Das Triggersignal ist direkt gekoppelt.
LF: Kopplung über Tiefpass (bis 50 kHz). Bei externen
Triggersignalen über einen Bandpass von 10 Hz bis 50 kHz.
HF: Kopplung über Hochpass (über 50 kHz).
Tastenblock A-B-EXT-LINE:
Hier wird die Quelle für das Triggersignal für den Hauptzeitablenkgenerator
oder die externe X-Ablenkung gewählt.
A: Trigger- oder X-Ablenkungssignal von Kanal A.
B: Trigger- oder X-Ablenkungssignal von Kanal B.
EXT: Triggersignal über die externe Buchse TRIG or X DEFL.
Drückt man die Taste EXT X-DEFL oben, dann wird diese Buchse mit dem
Horizontalverstärker verbunden. Das ist z. B. nötig, um mit dem Oszilloskop
im X-Y-Betrieb zu arbeiten.
LINE: Triggerung von einer internen Spannung mit der Netzfrequenz.
Die Bedienteile für den Hauptzeitablenkgenerator (rechte Hälfte)
DELAY TIME:
Stufenlose Einstellung der Verzögerungszeit. Diese wirkt zusammen mit der Zeiteinstellung
des Hauptzeitablenkgenerators.
LEVEL-SLOPE:
Einstellung des Triggersignalpegels, bei dem der verzögerte Zeitablenkgenerator startet.
Weiterhin ist einstellbar, ob das Triggersignal auf die positive oder negative Flanke
gerichtet ist. (Schalter läßt sich herausziehen)
TIME/DIV or DELAY TIME:
Mit diesem Regler stellt man den Zeitkoeffizienten der verzögerten Zeitablenkung ein.
Die Angaben stimmen nur, wenn der Regler CAL in Rechtsstellung eingerastet ist (Kalibrierungsstellung)!
TIME/DIV CAL:
Stufenlose Einstellung der Eingangsempfindlichkeit des Zeitkoeffizienten der verzögerten
Zeitablenkung. Der Regler rastet in der Rechtsstellung ein (Kalibrierungsstellung).
Tastenblock DC-LF-HF:
Hier wird die Kopplungsart für das Triggersignal eingestellt.
DC: Das Triggersignal ist direkt gekoppelt.
LF: Kopplung über Tiefpass (bis 50 kHz). Bei externen
Triggersignalen über einen Bandpass von 10 Hz bis 50 kHz.
HF: Kopplung über Hochpass (über 50 kHz).
Tastenblock A-B-EXT-MAIN TB:
Hier wird die Quelle für das Triggersignal für die verzögerte
Zeitablenkung gewählt.
A: Trigger- oder X-Ablenkungssignal von Kanal A.
B: Trigger- oder X-Ablenkungssignal von Kanal B.
EXT: Triggersignal über die externe Buchse.
MAIN TB: Die verzögerte Zeitablenkung startet gleich nach
Ablauf der Verzögerungszeit.
Die Bedienteile für den verzögerten Zeitablenkgenerator (linke Hälfte)
Bitte beachten Sie die Hinweise zur Seite!