Bei einem üblichen Plattenspieler sind einige Einstellungen erforderlich, z. B. die Justierung des Tonabnehmers. Wer gerne bastelt, kann einen Tonabnehmer auch leicht selbst in einen Plattenspieler einbauen und diesen justieren. Ich habe das früher öfter gemacht. Die Justage kostet allerdings etwas Zeit und Geduld!
Jeder Tonabnehmer muß richtig justiert werden, damit die Nadel gerade und genau rechtwinklig in der Rille sitzt! Andernfalls kommt es zu ungleichmäßigen Abnutzungen, zu Verzerrungen oder gar Beschädigungen von Nadel und Schallplatte. Daher sollten diese Einstellungen, sofern sie möglich sind, nicht nur bei hochwertigen, sondern auch bei einfachen Plattenspielern stimmen!
Tonabnehmer müssen richtig justiert werden
Tonarmhöhe
Zum Überprüfen legt man eine Schallplatte auf und setzt den Tonarm auf
dieser ab. Von der Seite betrachtet muß der Tonarm parallel zur Schallplatte
verlaufen. Wenn nicht verstellt man die Höhe des Tonarmes. Dies ist aber nicht bei
allen Plattenspielern möglich! In diesem Fall wird unter das Tonabnehmersystem
eine Kunststoffscheibe gelegt, die in verschiedenen Dicken meist dem Plattenspieler
als Zubehör beiliegen. Allerdings ist ein höhenverstellbarer Tonarm immer
besser, da diese Unterlegscheiben zusätzliche Resonanzquellen darstellen.
Nadelazimut
Die Nadel sollte genau senkrecht in der Rille liegen. Normalerweise ist der
Systemträger (Headshell) fest mit dem Tonarm verbunden und nicht justierbar.
Bei einigen Plattenspielern kann man diesen Nadelazimut aber durch Lockern einer Schraube
und anschließendes Drehen des Tonabnehmers justieren. Für die Justage wird ein
Spiegel auf den Plattenteller gelegt und auf diesem der Tonabnehmer abgesenkt. Bei korrekter
Einstellung erscheinen Tonabnehmer und sein Spiegelbild exakt gerade zueinander, also ohne
Knick.
Kröpfungswinkel
Das Tonabnehmersystem muß gerade eingebaut werden. Es muß exakt parallel
zur Headshell (dem Systemträger) verlaufen. Dazu gibt es Schablonen mit parallelen
Linien. Diese wird auf den Plattenteller gelegt und der Tonarm mit dem System über
die Schablone gebracht. Dann wird die Schablone so gedreht, das ihre Linien parallel
mit der Headshell verlaufen. Nun kann man von vorne sehen, ob das Tonabnehmersystem auch
parallel dazu liegt oder nicht. Wenn erforderlich, muß der Tonabnehmer so gedreht
werden, bis er ebenfalls parallel zu den Linien der Schablone liegt.
Überhang
Auch dazu verwendet man die beim Kröpfungswinkel erwähnten Schablonen. Diese wird
wieder so gedreht, das ihre Linien parallel mit der Headshell verlaufen. Dann sollten auch die
Außenkanten des Tonabnehmers parallel zu diesen Linien verlaufen (Kröpfungswinkel).
Auf der Schablone ist meist ein Kreis mit einem Punkt in der Mitte. Über diesen sollte sich
die Nadelspitze befinden! Wenn nicht, wird der Überhang justiert, indem man den Tonabnehmer
in der Headshell nach vorne oder hinten schiebt. Da sich der Tonabnehmer dabei auch leicht verdrehen
kann, muß nach dieser Justage nochmals der Kröpfungswinkel überprüft
und notfalls neu justiert werden! Anschließend wird nochmals der Überhang kontrolliert.
Diese Justage kostet daher etwas Zeit und Geduld und wird solange wiederholt, bis beides stimmt!
Eine Justierschablone für Überhang und Kröpfung
Wer zu dieser Justage keine Lust hat, kann die Justage auch einem Fachhändler überlassen, der sich seine Arbeit allerdings auch gut bezahlen läßt! Nach einem Nadeltausch müssen diese Einstellungen ebenfalls überprüft und notfalls korrigiert werden! Meine Erfahrungen zeigen, das nach einem Nadeltausch oft der Überhang nicht mehr stimmt. Nach einem Nadeltausch muß dieser und der Kröpfungswinkel meist neu justiert werden!
Die Auflagekraft gibt das Gewicht an, mit der die Nadel auf die Rille gedrückt wird. Für jeden Tonabnehmer ist in der Bedienungsanleitung ein bestimmter Auflagekraftbereich angegeben, z. B. 1,25 bis 2,0 g (Gramm). Zunächst ein wichtiger Merksatz:
Man sollte die Auflagekraft immer im oberen Drittel des Auflagekraftbereiches einstellen - niemals im unteren!
Bei einem Auflagekraftbereich von 1,25 bis 2,0 g wäre ein Wert um die 1,75 g ideal. Das Abtastverhalten wird dadurch besser. Natürlich ist der Platten- und Nadelverschleiß bei einer kleineren Auflagekraft geringer; aber was nützt das, wenn die Nadel bei sehr hohen Auslenkungen anfängt zu springen? Dann hackt sie nämlich beim Aufschlagen Löcher in die Rille und dieser Schaden ist erheblich größer als ein wenig Abrieb.
Stellt man die Auflagekraft zum ersten Mal ein, sollte man erstmal die Nullstellung überprüfen! Dazu stellt man erstmal das Antiskating auf Null. Anschließend dreht man das Gegengewicht hinten am Tonarm auf Null. Der Tonarm sollte nun frei über den Plattenteller schweben und in jeder Stellung verbleiben, also ausbalanciert (schwerelos) sein. Ist das nicht der Fall, dreht man am Gegengewicht: Ist der Tonarm vorne zu schwer muß das Gewicht weiter nach hinten, ist er vorne zu leicht, muß das Gewicht weiter nach vorne. Ist der Tonarm ausbalanciert, hält man das Gegengewicht fest und dreht die Scheibe mit den Werten für die Auflagekraft auf Null. Danach dreht man das gesamte Gegengewicht, bis der gewünschte Wert für die Auflagekraft erreicht ist!
Als Standardwert hat sich für viele Tonabnehmer ein Wert von 1,5 bis 1,75 g bewährt. Wer es ganz genau machen will, sollte die Auflagekraft mit einer sogenannten Tonarmwaage, die es im Fachhandel gibt, überprüfen!
Einstellung der Auflagekraft am Thorens
Die Reibung zwischen Abtastnadel und Schallplattenrille erzeugt eine Kraft, welche die Nadel nach innen, zur Schallplattenmitte hin, zieht. Diese Kraft nennt man Skatingkraft. Sie wird durch eine Einrichtung am Plattenspieler kompensiert, welche den Tonarm nach außen zieht.
Die genaue Einstellung des Antiskating hängt von mehreren Dingen ab, z. B. von der eingestellten Auflagekraft und der Schliff-Form der Abtastnadel. Bei einer Nadel mit konischer Verrundung wird das Antiskating in etwa so hoch wie die Auflagekraft eingestellt. Bei einer Nadel mit elliptischer Verrundung ist die richtige Einstellung des Antiskating meist etwas höher. Um es grob einzustellen, legt man eine Schallplatte mit breiter Leerlaufrille auf und setzt die Nadel in die Leerlaufrille. Die Nadel darf nicht nach innen oder außen wandern, sondern sollte kurzzeitig in der Leerlaufrille stehen. Wandert die Nadel rasch nach innen, so muß das Antiskating höher eingestellt werden; wandert sie nach außen, dann ist das Antiskating zu hoch eingestellt.
Einstellung des Antiskating am Thorens
Die genaue Einstellung gelingt am besten mit einer Testschallplatte mit Testtönen. Bei zu hoher Einstellung des Antiskating sind im linken Kanal Verzerrungen hörbar, bei zu niedriger Einstellung dagegen im rechten Kanal. Bei richtiger Einstellung sind entweder keine Verzerrungen vorhanden, oder sie sind in beiden Kanälen gleich stark. Allerdings ist es nicht ganz leicht, an solche Testschallplatten zu kommen. Versuchen kann man es z. B. über einen Fachhändler.
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