Die Musik wird in den Tonstudios für die Wiedergabe über zwei Lautsprecher abgemischt, die mit dem Hörer ein möglichst gleichseitiges Dreieck - das sogenannte Stereodreieck - bilden sollten. Dann ergibt sich eine korrekte und räumliche Abbildung der Musik, bei der man zwischen den Lautsprechern einzelne Phantomschallquellen ausmachen kann - die sogenannte Stereobühne.
Für eine korrekte Stereowiedergabe ist das Hören im Stereodreieck zwingend notwendig! Beide Lautsprecher werden in einem Winkel von genau 30 Grad zur Blickrichtung des Hörers aufgestellt. Die Lautsprecher bilden also mit dem Kopf des Hörers ein exakt gleichseitiges Dreieck - das sogenannte Stereodreieck. Nur wenn sich der Kopf des Hörers an der Spitze des Stereodreiecks befindet, also von beiden Lautsprechern exakt gleich weit entfernt ist, hat man eine korrekte Stereowiedergabe.
Oft findet man die folgende Darstellung eines Stereodreiecks, wo sich die Abstrahlachsen der beiden Lautsprecher genau im Kopf des Hörers kreuzen:
Oft zu findende Darstellung des gleichseitigen Stereodreiecks
Das ist der gängige Mittelwert. Wenn man es ganz exakt machen will, sollten die Abstrahlachsen der Lautsprecher genau auf die Ohren des Hörers zielen, der Kopf des Hörers sich also nicht an der Spitze, sondern im Stereodreieck befinden, so daß die Spitze des Dreiecks hinter dem Kopf des Hörers zusammenläuft.
Hier befindet sich der Kopf des Hörers im Stereodreieck
Den Abstand zwischen den Lautsprechern bezeichnet man als Basisbreite oder Stereobasis und den Abstand zwischen dem Hörer und den Lautsprechern als Hörabstand. In einem gleichseitigen Dreieck sind diese Abstände alle gleich groß. Was vielen nicht auffällt: In einem gleichseitigen Dreieck ist die direkte gradlinige Verbindung vom Hörplatz zur Basislinie, wo die Lautsprecher stehen, immer etwas geringer, was man leicht nachmessen kann!
Besonders im Studiobereich oder wenn man Musik produziert, sollte das gleichseitige Stereodreieck peinlichst genau eingehalten werden! Im Heimbereich sollte man maximal 10 bis 20 Prozent vom gleichseitigen Dreieck abweichen, aber ideal ist immer das gleichseitige Dreieck! Der Winkel zwischen den Lautsprechern und dem Hörer von 60 Grad ist auch nicht willkührlich festgelegt worden.
Wird das Stereodreieck spitzer, d. h. der Hörer ist weiter von den Lautsprechern entfernt als der Abstand zwischen ihnen, wird die Stereobasis enger. Dadurch wird die Mittenortung oftmals kleiner und schärfer, aber der räumliche Klangeindruck schlechter und die verfügbare Breite zur Abbildung von Phantomschallquellen geringer, die sich irgendwann nicht mehr vernünftig voneinander trennen lassen.
Wird das Stereodreieck stumpfer, also der Abstand zwischen den Lautsprechern größer als der Abstand zwischen Lautsprecher und Hörer, so wird die Stereobasis zwar breiter, aber das Klangbild zerreißt irgendwann, d. h. es entsteht in der Musik ein Loch in der Mitte und man hört die beiden Lautsprecher einzeln spielen.
Die Praxis hat gezeigt, daß die Lautsprecher maximal 1,2 mal weiter auseinanderstehen dürfen, als der Abstand zum Hörer, ohne daß es zu einem Zerreißen des Klangbildes kommt. Allerdings werden die Phantomschallquellen dann etwas höher abgebildet, d. h. nicht mehr auf der Verbindungslinie zwischen den beiden Lautsprechern, sondern etwas darüber.
Natürlich hängt der Aufbau eines korrekten Stereodreiecks im Heimbereich auch von den Einrichtungsmöglichkeiten und dem Hörraum ab. Das gleichseitige Stereodreieck ist immer der Ausgangspunkt. Durch eine etwas engere Stereobasis, die man aber nicht übertreiben sollte, verbessert sich manchmal die Ortbarkeit und die Abbildung von Phantomschallquellen. In anderen Fällen kann eine leicht breitere Stereobasis Vorteile haben und die Räumlichkeit etwas verbessern.
Daneben ist auch die Größe des Stereodreiecks sehr wichtig. Tatsache ist, je näher man am Lautsprecher sitzt, also je kleiner das Stereodreieck ist, desto mehr Direktschall hört man und desto weniger wird der Klang vom Abhörraum beeinflußt. Allerdings hat jeder Lautsprecher einen Mindesthörabstand, den man einhalten sollte, damit sich die Klangbilder der einzelnen Lautsprecherchassis bei Mehrwegsystemen richtig addieren. Bei kleinen Zweiwegeboxen kann man oftmals bis auf 1,2 Meter oder sogar 1 Meter heran, bei größeren Dreiwege- oder Standboxen müssen es oft schon 1,8 Meter sein.
Zumindest bei kleinen Zweiwegeboxen läßt sich gut ein Stereodreieck mit 1,3 bis 1,5 Metern Kantenlänge aufbauen. Dieses sogenannte Nahfeldabhören bringt unheimliche Vorteile. Man bekommt ein äußerst präzises und detailreiches Klangbild mit einer guten Abbildung der Phantomschallquellen!
Das korrekte Stereodreieck ist allerdings nicht das Einzigste, es sind weitere Dinge wichtig! Stehen die Lautsprecher im Raum, so wird deren Schall an allen Wänden reflektiert. Diese Reflexionen sollten möglichst spät nach dem Direktschall kommen, da ansonsten das Klangbild verfärbt und die Stereoabbildung deutlich verschlechtert wird! Daher muß ein gewisser Abstand der Lautsprecher zu Wänden und Möbeln eingehalten werden. Er beträgt mindestens 0,6 Meter (besser 1 Meter), aber schon mit 70 cm erreicht man besonders in kleinen Räumen schon sehr gute Ergebnisse. Besonders kritisch sind seitliche Reflexionen, da diese die Ortbarkeit am meisten vermiesen. Daher sollte unbedingt ein Lautsprecherabstand von mindestens einem Meter zu Zimmerecken und Seitenwänden eingehalten werden!
Die Grundregeln der Aufstellung sind folgende:
Akustisches Zentrum einer Zweiwegebox (blauer Kreis)
Wer Wert auf eine saubere Stereoabbildung legt, sollte diese Grundregeln unbedingt beachten! Natürlich hängt es auch vom wohnlichen und der Einrichtung des Raumes ab, was man wieviel einhalten kann.
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