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Wicklungen zusammenschalten


Trafos haben oft zwei Primär- oder Sekundärwicklungen. Durch Zusammenschalten von zwei Wicklungen lassen sich entweder die Spannungen oder die Ströme beider Wicklungen verdoppeln.

Werden bei einem Trafo zwei Wicklungen zusammengeschaltet, so muß dies stets gleichsinnig, d. h. im gleichen Wicklungssinn erfolgen!



Reihenschaltung von zwei Wicklungen

Bei einer Reihenschaltung von zwei Wicklungen addieren sich ihre Nennspannungen.

Trafos haben oft zwei Primärwicklungen mit 115 Volt. Um einen solchen Trafo an 230 Volt zu betreiben, müssen die beiden Primärwicklungen in Reihe geschaltet werden. So mancher hat schon einen Trafo zerschossen, weil die zwei Primärwicklungen falsch (gegensinnig) zusammengeschaltet wurden. Mir ist sowas zum Glück noch nicht passiert, obwohl ich diese Dinge früher ebenfalls nicht wußte.

Werden zwei Primärwicklungen gegensinnig in Reihe geschaltet, kann der Trafo rasch Schaden nehmen und so unbrauchbar werden!

Werden zwei Sekundärwicklungen gleichsinnig in Reihe geschaltet, erhält man die Summe der Einzelspannungen beider Wicklungen.


traforeihen1.gif

Gleichsinnige Reihenschaltung von zwei Sekundärwicklungen


Werden zwei Sekundärwicklungen gegensinnig in Reihe geschaltet, erhält man nicht die Summe der Einzelspannungen beider Wicklungen, sondern deren Differenz, und die ist meist 0 Volt.


traforeihen2.gif

Gegensinnige Reihenschaltung von zwei Sekundärwicklungen


Die korrekten Verschaltungen sind oft im Datenblatt des Trafos angegeben. Meistens (aber auch nicht immer!) kann man den Wicklungssinn an der Bezeichnung der Anschlußpins erkennen. Oft wird ein Pin mit 0, der andere mit einer Spannungsangabe versehen. Auf der Abbildung links unten sieht man, das die beiden Primär- und Sekundärwicklungen mit gleichem Wicklungssinn herausgeführt sind:


trafowicklungs1.gif   trafowicklungs2.gif

Links: Die beiden Primär- und Sekundärwicklungen
sind mit gleichem Wicklungssinn herausgeführt!

Rechts: Korrekte Verschaltung bei einer Reihenschaltung beider Wicklungen.


Die Abbildung oben rechts zeigt, wie die Brücken zu schalten sind, wenn die beiden Primär- und Sekundärwicklungen je in Reihe geschaltet werden sollen.

Bei der folgenden linken Abbildung sind die beiden Primär- und Sekundärwicklungen dagegen mit entgegengesetztem Wicklungssinn herausgeführt. In diesem Fall wäre es falsch, die Brücken zur Reihenschaltung beider Wicklungen zwischen die mittleren Pins zu setzen! Wie es richtig geht, zeigt die rechte Abbildung:


trafowicklungs3.gif   trafowicklungs4.gif

Links: Die beiden Primär- und Sekundärwicklungen
sind mit entgegengesetztem Wicklungssinn herausgeführt!

Rechts: Korrekte Verschaltung bei einer Reihenschaltung beider Wicklungen.


Diese Regelung mit den Pins kann, aber muß auch nicht immer zutreffen! Zur Sicherheit sollte man das immer im Datenblatt des Trafos nachsehen!

Ist das Datenblatt des Trafos nicht zu bekommen, empfiehlt sich vor dem Zusammenschalten von zwei Primärwicklungen dem Trafo eine Glühlampe 230 Volt mit 25 oder 40 Watt in Reihe zu schalten. Dann wird die Brücke zwischen den beiden Primärwicklungen, also den beiden 115 Volt Wicklungen, gesetzt. Leuchtet die Glühlampe nach dem Einschalten des Trafos hell auf, ist die Brücke falsch gesetzt, die beiden Wicklungen sind also gegensinnig miteinander verbunden! Die Glühlampe begrenzt bei falsch gesetzter Brücke auch den Strom, so daß der Trafo nicht gleich beschädigt wird.

Achtung: Da wir hier mit Netzspannung arbeiten, ist wie immer größte Vorsicht angesagt! Wer hier nicht völlig sicher ist, was er tut, sollte es lieber ganz lassen.

Sollen zwei Sekundärwicklungen in Reihe geschaltet werden, braucht man keine Glühlampe, da dem Trafo in diesem Fall bei falscher Beschaltung nichts passiert. Hier mißt man nach dem Einschalten des Trafos einfach die Spannung zwischen den beiden Pins, die nicht mit der Brücke verbunden, also offen sind. Werden etwa 0 Volt gemessen, ist die Brücke falsch gesetzt, die beiden Wicklungen sind also gegensinnig miteinander verbunden. Ist die Brücke korrekt gesetzt, mißt man die Summe der Leerlaufspannungen der beiden Wicklungen. Hat man z. B. zwei Sekundärwicklungen mit 9 Volt in Reihe geschaltet, sollte man um die 20 Volt messen.



Parallelschaltung von zwei Wicklungen

Bei einer Parallelschaltung von zwei Wicklungen addieren sich ihre Nennströme.

Hier geht es ausschließlich um das Parallelschalten von zwei Sekundärwicklungen! Sollen zwei Sekundärwicklungen parallel geschaltet werden, müssen sie möglichst gleiche Ausgangsspannungen haben, also vorher nachmessen! Ansonsten fließen Ausgleichsströme die für eine starke Wärmeentwicklung sorgen.

Auch beim Parallelschalten von zwei Wicklungen gilt, das dies stets gleichsinnig, d. h. im gleichen Wicklungssinn erfolgen muß! Es müssen zwei Wicklungsanfänge und zwei Wicklungsenden miteinander verbunden werden.


trafoparallel1.gif

Gleichsinnige Parallelschaltung von zwei Sekundärwicklungen


Beim gegensinnigen Zusammenschalten von zwei Sekundärwicklungen sind dagegen ein Wicklungsanfang mit einem Wicklungsende, sowie ein Wicklungsende mit einem Wicklungsanfang verbunden, oder umgekehrt. Wie das Ersatzschaltbild unten zeigt, entspricht dies einem Kurzschluß!


trafoparallel_gegen.gif

Gegensinnige Parallelschaltung von zwei Sekundärwicklungen
(Ersatzschaltbild)


Werden zwei Sekundärwicklungen gegensinnig parallel zusammengeschaltet, so entspricht dies einem Kurzschluß! Ist der Trafo nicht kurzschlußfest, wird er sehr schnell beschädigt und so unbrauchbar.

Ist der Wicklungssinn nicht bekannt und auch nicht in Erfahrung zu bringen, kann man sich ganz einfach behelfen:

1. Man setzt eine Brücke zwischen einem Pin der 1. und einem Pin der 2. Sekundärwicklung. Eine Brücke kann man immer gefahrlos setzen!

2. Nun man mißt man die Spannung zwischen den beiden Pins, die nicht mit der Brücke verbunden sind. Mißt man die Summe der Einzelspannungen beider Wicklungen, hat man eine gleichsinnige Reihenschaltung, d. h. die Brücke verbindet ein Wicklungsanfang mit einem Wicklungsende oder umgekehrt.

3. In diesem Fall wird die Brücke bei einer Sekundärwicklung auf den anderen Pin gelegt.

4. Nun mißt man zwischen den Pins, die nicht mit der Brücke verbunden sind, nochmal die Spannung. Werden etwa 0 Volt angezeigt, hat man eine gegensinnige Reihenschaltung, d. h. die Brücke verbindet zwei Wicklungsanfänge oder -enden miteinander.

5. Nun verbindet man die anderen beiden Pins ebenfalls durch eine Brücke.

6. Zur Kontrolle mißt man die Spannung zwischen den beiden Brücken. Hier sollte jetzt etwa die Leerlaufspannung einer Wicklung angezeigt werden!


trafoparallel2.gif

Parallelschaltung von zwei Sekundärwicklungen bei unbekannten Wicklungssinn.
Erläuterung siehe Text.


Dann gibt es noch die andere Möglichkeit:

1. Man setzt eine Brücke zwischen einem Pin der 1. und einem Pin der 2. Sekundärwicklung.

2. Nun man mißt man die Spannung zwischen den beiden Pins, die nicht mit der Brücke verbunden sind. Mißt man etwa 0 Volt, hat man eine gegensinnige Reihenschaltung, d. h. die Brücke verbindet zwei Wicklungsanfänge oder -enden miteinander.

3. In diesem Fall verbindet man die anderen beiden Pins ebenfalls durch eine Brücke.

4. Zur Kontrolle mißt man die Spannung zwischen den beiden Brücken. Hier sollte jetzt etwa die Leerlaufspannung einer Wicklung angezeigt werden!


trafoparallel3.gif

Parallelschaltung von zwei Sekundärwicklungen bei unbekannten Wicklungssinn.
Erläuterung siehe Text.


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