Vor Beginn des Lötvorganges muß der Lötkolben seine Arbeitstemperatur erreicht haben (etwa 300 bis 350°C). Auch müssen die zu verlötenden Teile sauber sein! Sind sie verunreinigt, müssen sie mit einer Feile, Schleifpapier oder Alkohol gereinigt werden. Hier wird mit ganz normalen bleihaltigen Lötzinn gearbeitet.
Beim Umgang mit dem Lötkolben ist immer Vorsicht angesagt. Grundsätzlich sollten nur Personen damit arbeiten, die auch richtig damit umgehen können! Die Temperatur des heißen Lötkolbens reicht aus, um bei Berührung mit nicht geeigneten Materialien Brände auszulösen. Bei längerer Berührung des heißen Lötkolbens mit der Haut kommt es rasch zu schwereren Verbrennungen.
Auch wenn das Zinn einer Lötstelle gerade erstarrt ist, reicht deren Temperatur immer noch aus, um sich daran zu verbrennen! Gleiches gilt für die Restwärme der Teile, mit dem der Lötkolben in Berührung gekommen ist!
Als Beispiel wird hier eine flexible Leitung mit einem Querschnitt von 0,75 mm2 an einen Steckschuh angelötet.
Zuerst wird die flexible Leitung abisoliert und die Adern miteinander verdrillt, damit sich diese später nicht "selbstständig" machen.
Verdrillen der Adern der flexiblen Leitung
Die Lötspitze muß sauber sein. Vor jedem Lötvorgang sollte sie durch Abstreifen auf einen feuchten Schwamm von Verunreinigungen gereinigt werden, damit diese nicht in die Lötstelle gelangen.
Reinigen der Lötkolbenspitze mit einem feuchten Schwamm
Ist die Lötspitze sauber, kann es losgehen. Vor dem Lötvorgang wird zunächst etwas Lötzinn auf die Lötkolbenspitze gebracht.
Etwas Zinn auf die Lötkolbenspitze geben
Anschließend werden die verdrillten Adern verzinnt. Dazu wird zuerst die Lötstelle, also die verdrillten Adern mit dem Lötkolben kurz erwärmt und anschließend das Lötzinn zugeführt. Dabei bewegt man die Lötspitze langsam über den gesamten Bereich des abisolierten Leitungsendes, damit das Zinn überall gut verläuft.
Verzinnen der verdrillten Adern
Ist das Zinn überall gut verlaufen, nimmt man zuerst das Zinn und anschließend die Lötspitze weg. Nach diesem Vorgang sollte der gesamte abisolierte Bereich der Leitung verzinnt sein, wobei das Zinn eine glänzende und glatte Oberfläche haben sollte.
Das fertig verzinnte Leitungsende
Nun kann die Leitung an dem Steckschuh angelötet werden. Zuerst wird auch die Lötstelle, also das Ende des Steckschuhs verzinnt. Dazu wird mit der Lötspitze erstmal die Lötstelle erwärmt.
Erwärmen der Lötstelle
Nach einigen Sekunden ist die Lötstelle ausreichend erwärmt und man kann das Lötzinn zuführen. Nachdem ausreichend Zinn auf die Lötstelle gelangt und dieses gut verlaufen ist, wird zuerst das Zinn und wenig später die Lötspitze wieder weggenommen.
Zuführung des Lötzinns
Jetzt ist auch die Lötstelle gut verzinnt. Nun wird das eben verzinnte Leitungsende genommen, es gegebenfalls etwas gekürzt und anschließend auf die verzinnte Lötstelle gelegt. Danach werden beide mit der Lötspitze solange erwärmt, bis das Zinn überall gut verläuft. Danach wird die Lötspitze abgezogen. Bis zum Erkalten (einige Sekunden) sollte die Lötstelle und das Leitungsende nicht bewegt werden, da das ansonsten eine kalte und schlecht leitende Lötstelle ergibt!
Anlöten des verzinnten Leitungsendes
Dieser letzte Lötvorgang sollte nicht länger als 5 Sekunden dauern. Dauert er zu lange, verbrennt das Flussmittel im Lötzinn und das Zinn oxidiert. Dies erkennt man an einer rauhen und klumpigen Oberfläche des Zinns. In diesem Fall ist es besser das oxidierte Lötzinn abzusaugen und die Lötstelle noch einmal neu zu löten.
Hat dagegen alles richtig funktioniert, erhält man eine gute Lötstelle, die man an ihrer glänzenden und glatten Oberfläche erkennt. Die Konturen der angelöteten Leitung sollen dabei noch zu erkennen sein. Es soll also nicht derartig viel Zinn auf die Lötstelle gegeben werden, daß "Berge" von Lötzinn entstehen.
Eine gute Lötstelle mit glänzender und glatter Oberfläche
Kalte oder schlechte Lötstellen erkennt man an einer matten Oberfläche und einer klumpigen Zinnverteilung. In diesem Fall war der Lötvorgang entweder zu kurz, so daß das Zinn nicht überall gut geflossen ist. Hier sollte die Lötstelle noch einmal nachgelötet werden.
Eine weitere Ursache für eine kalte Lötstelle kann auch eine zu geringe Temperatur der Lötspitze sein. Wer eine elektronische Lötstation mit einstellbarer Temperatur hat, sollte diese auf etwa 350 Grad stellen. Kalte Lötstellen entstehen häufig, wenn versucht wird mit einem Elektroniklötkolben zu dicke Leitung zu verlöten. Grundsätzlich sollte man mit einem kleinen Elektroniklötkolben keine Leitungen mit Querschnitten über 1,5 mm2 anlöten.
Auch hier muß die Lötspitze sauber sein. Zuerst wird sie wieder durch Abstreifen auf einen feuchten Schwamm von Verunreinigungen gereinigt, damit diese nicht in die Lötstelle gelangen.
Reinigen der Lötkolbenspitze mit einem nassen Schwamm
Ist die Lötspitze sauber, kann es losgehen. Vor dem Lötvorgang wird zunächst etwas Lötzinn auf die Lötkolbenspitze gebracht.
Etwas Zinn auf die Lötkolbenspitze geben
Anschließend wird die Lötstelle erwärmt. Dazu muß die Lötkolbenspitze beide zu verlötenden Teile berühren, also den Draht und die Leiterbahn der Platine.
Erwärmen der Lötstelle
Nach kurzer Erwärmung wird das Lötzinn zugeführt. Wenn genügend Lötzinn geflossen ist, wird das Zinn und der Lötkolben weggenommen. Anschließend wird der Lötkolben noch einmal kurz auf die andere Seite der Lötstelle gehalten, damit auch hier das Zinn richtig verläuft.
Zugabe des Lötzinns
Beim anschließenden Erstarren darf die Lötstelle nicht mehr bewegt werden! Das ergibt sonst eine kalte und schlecht leitenden Lötstelle. Hat alles richtig funktioniert, erhält man eine gute Lötstelle, die man ihrer silbrig glänzenden Oberfläche und an dem flachen Benetzungswinkel des Lötzinns von etwa 30 Grad erkennt.
Gute Lötstellen erkennt man an ihrer glänzenden Oberfläche
Kalte oder schlechte Lötstellen erkennt man an einer matten Oberfläche und einer klumpigen Zinnverteilung. In diesem Fall ist es besser, sie nochmal nachzulöten.
Der gesamte Lötvorgang sollte etwa 5 Sekunden dauern. Das ist besonders beim Einlöten von Halbleiterbauteilen wichtig, damit diese nicht durch zuviel Hitze zerstört werden! Dauert der Lötvorgang zu lange, verbrennt das Flussmittel im Lötzinn und das Zinn oxidiert. Auch dies erkennt man an einer rauhen und klumpigen Oberfläche des Zinns. In diesem Fall ist es besser das oxidierte Lötzinn abzusaugen und die Lötstelle noch einmal neu zu löten. Außerdem können sich durch zu langes Löten Kupferbahnen oder Lötaugen auf der Platine ablösen, was nur schwer und aufwendig zu reparieren ist.
Beim Anlöten von Steckern wie z. B. DIN-Stecker oder Lautsprecherstecker muß man aufpassen, das nicht der umliegende Kunststoff, in dem die Steckerstifte eingebettet sind, schmilzt und sich die Stifte dann verschieben wodurch der Stecker eventuell unbrauchbar wird.
Hier hilft ein einfacher Trick: Man steckt den Stecker vor dem Lötvorgang in eine dazugehörige Buchse! Schmilzt der Kunststoff beim Lötvorgang, bleiben die Steckerstifte durch den Halt in der Buchse fixiert.
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