Oft müssen Bauteile aus einer Platine entlötet werden, weil sie z. B. defekt sind oder man versehentlich ein falsches Teil eingelötet hat. Zum Entlöten braucht man auf jeden Fall die richtigen Hilfsmittel! Dazu gibt es zwei grundlegende Möglichkeiten.
Durch einen Kolbenmechanismus wird beim Auslösen kurzzeitig Luft in die Pumpe hineingezogen. Die Pumpe wird gespannt und die Lötstelle mit dem Lötkolben erwärmt. Sobald das Zinn flüssig wird, hält man die Spitze der Pumpe möglichst nahe über die Lötstelle und löst sie aus. Durch den Luftstrom wird das flüssige Zinn in die Pumpe gesogen. Man sollte besonders darauf achten, daß die Spitze der Pumpe möglichst senkrecht zur Lötstelle gehalten wird! Ansonsten besteht die Gefahr, das kleine Zinnkrümel auf der Platine verstreut werden.
Lötzinnabsaugpumpe
Hat alles richtig funktioniert, wird das flüssige Lötzinn komplett abgezogen. Wichtig ist hier, daß man die Pumpe genau senkrecht hält und die Spitze so nahe es geht über das flüssige Lötzinn gehalten wird!
Abgesogenes Lötzinn mit einer Lötzinnabsaugpumpe
Die Spitze einer guten Lötzinnabsaugpumpe ist normal aus hitzebeständigem Material. Kurzzeitige Berührung mit dem Lötkolben oder heißem Lötzinn verträgt sie daher. Bei häufiger Benutzung verstümmelt die Spitze doch allmählich. Zumindest für die besseren Lötzinnabsaugpumpen bekommt man aber Ersatzspitzen.
Wegen der Gefahr des Verstreuens von Zinnkrümeln bevorzugen einige ein anderes Verfahren des Entlötens - die Entlötlitze. Es handelt sich hier um ein Kupfergeflecht das mit einem Flussmittel getränkt ist. Kommt dieses mit dem heißen Lötzinn in Verbindung, saugt es gierig alles auf.
Entlötlitze
Das Kupfergeflecht der Entlötlitze
Beim Umgang mit der Entlötlitze ist etwas Übung erforderlich. Zum Entlöten wird zuerst die Litze auf die Lötstelle gelegt und darauf dann die heiße Lötkolbenspitze leicht aufgedrückt.
Beginn des Entlötvorganges mit der Entlötlitze
Nach der Verflüssigung des Zinns saugt die Litze gierig alles Lötzinn auf wie ein Schwamm. Das mit Lötzinn getränkte Stück der Litze wird danach einfach abgeschnitten. Da über die Litze viel Wärme abgeführt wird, besteht auch bei längerem Entlötvorgang kaum die Gefahr einer Überhitzung der Bauteile.
Entlötvorgang mit der Entlötlitze
Die Entlötlitze läßt sich auch gut zur Nachbearbeitung anwenden, falls man mit einer Lötzinnabsaugpumpe arbeitet, und man mit dieser nicht alles Zinn restlos wegbekommt.
Sowas kann passieren:
Die Platine wurde versehentlich falsch (spiegelverkehrt) geätzt; man hat es erst nach dem
Einlöten der Bauteile bemerkt und nun müssen alle Bauteile wieder raus...
Hat man gerade keine Entlötlitze zur Hand, kann man auch das Abschirmgeflecht einer Koaxleitung benutzen. Diese funktioniert ebenfalls sehr gut.
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